Sonderflüge aus der Ukraine bringen 440 Juden nach Israel

 Sonderflüge aus der Ukraine bringen 440 Juden nach Israel –

„Wer sind diese, die wie eine Wolke geflogen kommen und wie Tauben zu ihren Schlägen?“ (aus Jesaja 60,9)

Liebe Ebenezer-Deutschland Freunde,

am 22. und 30. Dezember kamen mit zwei Sonderflügen 440 Ausreisende aus der UkrIMG_3340aine in Israel an. Damit erhöhte sich die Zahl der Ausgereisten im Jahr 2014 auf über 5.500 Personen.

Die israelische Einwanderungsministerin Sofa Landver war mit einem Team von Fachleuten nach Kiew geflogen, um bei einem Integrationsseminar sofort die Fragen der Auswanderer, z.B. nach Arbeit und Unterkunft zu beantworten. In vielfacher Hinsicht waren diese Flüge etwas besonderes, denn sie kamen zustande, weil drei jüdische und fünf christliche Organisationen in der Ukraine zusammenarbeiteten. Die Flugkosten übernahm die US-amerikanische „International Fellowship of Christians and Jews“ (Rabbi Eckstein).

Geschwister der fünf christlichen Organisationen fuhren die Olim mit ihrem vielen Gepäck über winterliche Straßen zum Flughafen Kiew und halfen ihnen beim Einchecken. Aus dem Flüchtlingslager „Majak“ bei Dnjepropetrovsk, das vier christliche Werke finanzieren, kamen 200 Olim mit Bussen nach Kiew. Auch ein Ebenezer Deutschland-Team half in Kiew den Auswanderern.

Viele junge Familien mit Kindern, oft auch mit den Großeltern, suchen den Neuanfang in Israel, denn für sie ist heute kaum eine Zukunft in der Ukraine. Während die älteren Juden sich oft durch Wohnungsbesitz, Haustiere und auch die Gräber der Vorfahren festhalten lassen, nehmen die Jungen ihre wenige Habe in drei Taschen pro Person (63 kg) mit. Einige wandern völlig allein aus und nehmen in Israel sofort an Bildungsprogrammen teil. So ist z.B. MASA (hebr.: Reise) ein Programm für Studenten. Es hat als Leitmotto einen Satz aus Jes 42,6b: „Ich mache dich … zu einem Licht für die Nationen.“ Liest man den biblischen Gesamtzusammenhang, sieht man, dass dies eine messianische Zusage ist.

Die Neueinwanderer des Fluges am 22.12. wurden mit einer ergreifenden Chanukkafeier im Flughafen von Sofa Landver, Integrationsministerin, Nathan Scharansky, Leiter der Jewish Agency (JAFI), und einer tanzenden Schülergruppe herzlich „Zuhause“ willkommen geheißen. Hinrich und Elke erlebten, wie die JAFI-Mitarbeiterinnen Bilana, Elena und andere der JAFI sich anhand der Listen persönlich um Jeden bemühten. Der HERR der Welt lässt sich nicht beirren zu tun, was ER sich vorgenommen hat. Seit 23 Jahren sehen wir die Gnade und dürfen persönlich in den kleinen oder großen Aufgaben mithelfen, die wir im Geist empfangen. Elke war glücklich, mit der Flöte bei dem zweiten Alijah-Empfang am 30.12. segnend zu spielen, auch die Hatikwa!

Siehe, ICH bringe sie herbei aus dem Land des Nordens und sammle sie von dem äußersten Ende der Erde, unter ihnen Blinde und Lahme. (Jeremia 31,8)

Alexander „Sascha“ Bachtjarow ist zu Hause

Vor der Ausreise nach Israel
Vor der Ausreise nach Israel

Alexander (34, Mitte) und sein Vater Michail (56, rechts) kamen aus Mykolayiv und waren dort von „unserem“ Sasha (links) über einige Jahre mit begleitet worden. In einer langen Autofahrt über 500 km verschneite Straßen brachte er sie jetzt zunächst ins Hotel „Rus“ in Kiew und dann am nächsten Morgen zum Flughafen, nachmittags durften Elke und Hinrich sie in Tel Aviv begrüßen.

Alexander (geb. 1981) wurde in der ukrainischen Armee in einer Eliteeinheit ausgebildet und dann 2005 in den Irak versetzt. Dort war er Teil des 1.700 Mann umfassenden ukrainischen Kontingents der Koalitionstruppen und unterstand polnischen und US-amerikanischen Offizieren.

Der 9. Januar 2005 wurde sein Schicksalstag: seine Einheit sollte Munition der Armee Saddam Husseins fachgerecht „entsorgen“, aber das Lager war mit Sprengfallen ausgerüstet. Bei der riesigen Explosion starben sieben ukrainische Soldaten und Alexander wurde schwer verwundet. Hunderte von Stahlsplittern trafen ihn am Kopf und ganzen Körper. Knie und Schulter wurden gebrochen und er trug schwere Hirnschäden davon.

Bei der Ankunft in Israel
Bei der Ankunft in Israel

Im Feldlazarett Mosul versorgte ihn Dr. Peter Blendonohy… und hier beginnt die Geschichte von Wundern, Mut und Vaterliebe. Dr. Blendonohy war Mitglied der UMANA (Ukrainian Medical Association of North Amerika) und sorgte dafür, dass Alexander wie ein amerikanischer Verwundeter behandelt wurde. Er kam also nicht zurück in die Ukraine, sondern wurde nach Ramstein in der Pfalz ausgeflogen. Seinem Vater Michail erzählte man, dass sein Sohn leicht verwundet sei. Als er schließlich herausfand, wo sein Sohn war, erfuhr er, dass er in Ramstein im Koma lang und flog sofort nach Deutschland. Gerade zu der Zeit besuchten US-Senatoren das Militärhospital in Ramstein. Vater Michail fand eine Übersetzerin und er sprach mutig mit den Politkern. Alexander wurde in ein Spezialkrankenhaus nach Washington geflogen und Monate später nach Chicago ins Resurrection Hospital („Auferstehungs-Krankenhaus“). Das katholische Krankenhaus schreibt über sich im Internet: „Wir setzen den Heilungsdienst fort, den Jesus der Kirche anvertraut hat.“ Eine Chicagoer Zeitung bringt einen ganzseitigen Artikel über diesen besonderen Patienten, der unter großen Anstrengungen erstaunliche Fortschritte bei der Rehabilitation macht. Jetzt, zehn Jahre nach der Verwundung, sprach er leise in Englisch und konnte mit einem Stock selbständig gehen. Alexander weiß, dass er sein Leben dem „Allmächtigen“ verdankt.

Bei der Ankunft in Israel
Bei der Ankunft in Israel

Im Einwanderungsbüro im Flughafen konnten Hinrich und Elke eine Begegnung zwischen der Integrationsministerin Sofa Landver (rechts) und Alexander (links) vermitteln. Sofer Landver war über Alexander noch nicht informiert gewesen und war über sein Schicksal tief bewegt. Sie wird sich für ihn besonders einsetzen. Zunächst wird er vom Soroka-Krankenhaus in Be’er Sheva betreut. Wir beten, dass er israelischen Soldaten gleichgestellt wird und damit die volle soziale und medizinische Versorgung bekommt.

Danke für alle Eure Gebete und Unterstützung!

Schalom, Eure Hinrich und Elke