ISRAEL: Deutsche Pfadfinder im Einsatz (mit Video)

Vor kurzem war eine Gruppe von christlichen Pfadfindern, „Royal Rangers“  in Israel; der Ebenezer Hilfsfonds Deutschland e.V. hat sie dabei finanziell unterstützt. Der Leiter Andreas Huhn berichtet:

Wandern durch das gelobte Land

Mit Unterstützung von Ebenezer Hilfsfonds Deutschland e.V. fand reisten vom 15.10. – 29.10.2017 zwanzig Pfadfinder der Christlichen Pfadfinderschaft Royal Rangers zu einem Drei-Sterne-RIDE nach Israel. Dieser „Rangers-Im-Dienst-Einsatz“ hatte drei Zielrichtungen: Erstens sollte er junge Leiter in der Nachfolge Jesu dadurch bestärken, dass sie vor Ort dem Heilshandeln Gottes näherkommen. Zweitens lagen uns Begegnungen mit jüdischen Pfadfindern und Christen in Israel am Herzen. Und schließlich wollten wir durch Begegnungen und aktive Hilfe Verantwortung und Solidarität gegenüber Juden zeigen.

Zelten in der Wüste

 

 

Die Reise war für uns überwältigend. Natürlich gab es unzählige fast unfassbare Momente: der Jesus-Trail von Nazareth an den See Genezareth, der Blick vom Arbel, der Sonnenaufgang über dem Toten Meer, die Nacht in der Judäischen Wüste oder der Abschlussstammtreff auf dem Ölberg.

Stammtreff auf dem Ölberg

 

Wir waren an den Orten der Bibel und sind im Glauben gewachsen, auch dadurch, dass wir uns täglich mit der Bibel und den Begebenheiten vor Ort beschäftigten, gemeinsam beteten und auch eigene Stille Zeiten pflegten. So werden die Wunder der Bibel lebendig, wenn man im Haus der Maria in Nazareth steht, von der Synagoge in Kapernaum zum Haus der Schwiegermutter des Petrus und dann an den See Genezareth geht, an dessen Ufer abends am Lagerfeuer Fisch brutzelt oder morgens 6.30 Uhr vor dem Ort der Auferstehung Jesu in der Jerusalemer Grabeskirche steht.

 

Forsteinsatz im Karmel

Großen Eindruck haben unsere Begegnungen mit Menschen in Israel hinterlassen – sowohl bei uns als auch vor Ort. Beim Forsteinsatz im Karmel-Gebirge und beim Baumpflanzen in Lavi spürten uns die Leiter ab, dass wir nicht nur einen Programmpunkt herunterrissen, sondern einfach gern gute Spuren in Israel hinterlassen wollten. Im Heim für Holocaustüberlebende der ICEJ in Haifa hatten wir das Vorrecht in kleinen Gruppen vier alte Menschen zu treffen, die in ihrer Jugend furchtbares von Deutschen erleben mussten. Besonders deutlich wurde uns, wie wichtig es diesen alten Menschen ist, dass weiterhin über die Shoah gesprochen wird, damit sich so etwas in Gedanken und Taten niemals wiederholt.

Holocaustüberlebende und Royal Rangers

Wir spürten, wie groß die Sorge um die Sicherheit der Heimstatt der Juden in Israel ist und wie wichtig Signale der Solidarität von deutschen Jugendlichen für diese Menschen sind. Dies erlebten wir auch bei einem gemeinsamen Dinner mit Holocaustüberlebenden in Haifa, welches die Organisation „Yeshua´s Fresh Bread“ organisiert hatte. Mit ca. 25 alten Menschen genossen wir ein vorzügliches Mahl und kamen trotz gewisser Sprachbarrieren (etwas Jiddisch und ein paar Hände) intensiv ins Gespräch. Bewegend waren die Momente, in denen diese Menschen unsere Jugendlichen herzten und sich für unseren Besuch bedankten. Ein ehemaliger Offizier und späterer Lehrer aus der Ukraine hielt den 10-jährigen Aaron im Arm und sagte, dass er in diesem Alter die Deutschen kennen und hassen lernte. Sein Leben lang konnte er sich nicht vorstellen, jemals Deutsche positiv sehen und vergeben zu können. Heute, so sagte er, sei dieser Tag gekommen und er bedankte sich für unsere Freundlichkeit und Liebe. Hier und auch bei anderen Gelegenheiten spürten wir, dass unsere Fahrt deutlich mehr als ein geniales Pfadfindererlebnis war.

Wir bedanken uns sehr herzlich für die Unterstützung durch Ebenezer! Es war uns nicht nur möglich, diese Reise durchzuführen, sondern an mehreren Orten selbst Spenden zu hinterlassen. Herzlichen Dank!

Zu guter letzt gibt es auch ein kleines Video vom Einsatz: