Jüdische Flüchtlinge in der Ukraine

Liebe Freunde, Beter und Unterstützer,

mit unserem ukrainischen Team besuchten wir jüdische Flüchtlinge aus den Separatistengebieten.

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Während junge Familien so schnell wie möglich nach Israel möchten, hängen andere an ihren Wohnungen, die sie nicht einfach zurücklassen wollen. „Ich hätte früher gehen sollen, dann hätte ich durch den Verkauf ein Startkapital in Israel. Jetzt ist es zu spät!“, sagen mir einige. Das weckt bei mir fatale Erinnerungen: Sagten Juden vor 8-Jahrzehnten nicht schon einmal dasselbe? …

Die Lage hat sich gegenüber meinem Einsatz im April stabilisiert. Zu den Separatistengebieten hin entsteht eine Grenze mit Kontrollen, Passierscheinen, Computersystemen und gewissen Regeln, die sich allerdings willkürlich plötzlich ändern. Insgesamt ist die Lage unübersichtlich auch wirtschaftlich sehr, sehr instabil. Neben der praktischen Hilfe bei der Beschaffung von Dokumenten und Pässen, sowie beim Transport zum Interview beim Konsul und dann zum Flughafen, sind die persönlichen Begegnungen, die Besuche zu Hause und die Ermutigung zur Entscheidung (das „Fischen“ Jes 16,16a) zentral wichtig.

Unsere Mitarbeiter Lena & Igor sind im Separatistengebiet die einzigen eines Israelwerkes, die Juden noch direkt zu Hause besuchen, beraten, trösten, ermutigen und ihnen GOTTES Wort erklären. Nach einer Ausreiseentscheidung organisieren sie dann durch andere Geschwister die Transporte durch die „neue Grenze“ zum Flughafen. Durch die Herausforderungen im Alltag ist inzwischen eine Alijah-Allianz der christlichen Werke entstanden, die es bisher nicht gab; z.B. werden Busse zum Konsul gemeinsam organisiert und jedes Werk übernimmt ¼ der Kosten.

Jüdische Organisationen suchen verstärkt die Zusammenarbeit mit dieser „christlichen Alijah Allianz“ und bitten sehr spezifisch um Hilfe, nicht einfach „nur“ um Finanzen. Ihr werdet darüber auch in anderen Veröffentlichungen lesen, denn für die wachsende Zahl der Ausreisenden reichen die derzeitigen Finanzen – auch des israelischen Staates – nicht aus.

Sehr betroffen sehen wir, dass unsere Geschwister aus freien Gemeinden sich in den Separatistengebieten nicht mehr öffentlich treffen können. Nicht-orthodoxe christliche Hilfsorganisationen können praktisch nicht mehr arbeiten. So ist unsere Arbeit, die auf persönlich gewachsen Vertrauensbeziehungen baut, umso wichtiger geworden.

Wir danken Euch, dass Ihr dieses Wirken, teilweise im Verborgenen, vielfältig und von Herzen mittragt! Ja, ER liebt Sein Volk! aus 5 Mo 33,3.

 Hinrich Kaasmann, 1. Vorsitzender Ebenezer Hilfsfonds Deutschland e.V.