Mein Volk ist Mir wichtig!

Persönlicher Bericht einer Teilnehmerin der Israel-Solidaritätsreise vom 2.-9. August 2014

Schild "Israel-Solidaritätsreise"
Schild „Israel-Solidaritätsreise“

Andrea (33 J.) nahm spontan mit Unterstützung durch Ebenezer Deutschland an der durch das Reisebüro Werner Hartstock (http://www.israelreise.de/) initiierten Israel-Solidaritätsreise im August teil. Andrea berichtet:

Als ich von der Solidaritätsreise nach Israel hörte, war ich sofort begeistert. Zeit und Lust hatte ich auf jeden Fall und nachdem einige andere Hindernisse noch aus dem Weg geräumt waren, sagte ich zu. Die Meinungen in meiner Gemeinde und im Freundeskreis waren unterschiedlich, als ich ihnen von der geplanten Reise erzählte. Aber ich merkte, dass ich diese Gelegenheit nicht verpassen wollte, mich zu Israel zu stellen, zu dem Volk GOTTES! Ich wollte selber sehen und hören und vor Ort sein. Und ich bin sehr froh, dass ich diese Gelegenheit wahrnehmen konnte.

Teilnehmer der Solidaritätsreise
Die Reisegruppe im Gespräch

Wir waren eine Gruppe von 51 Leuten aus verschiedenen christlichen Gemeinden bzw. Israelwerken aus Deutschland, der Schweiz und Österreich! Untergebracht waren wir in einem Hotel in Jerusalem, von dem aus wir Tagestouren unternahmen. Wir trafen unterschiedliche Leute, aus unterschiedlichen Berufen und aus verschiedenen Teilen des Landes.

Mich beeindruckte besonders, wie die jungen Leute in Israel in dem Bewußtsein leben, dass sie ihren Teil zum Wohl ihres Landes beizutragen haben. Und wenn sie nicht als Soldaten kämpfen, suchen sie andere Wege, um das zu tun, wie z.B. indem sie Aktionen für Kinder an der Grenze zum Gaza-Streifen organisieren.

Einer der leitenden Ärzte im Krankenhaus in Be’er Scheva erzählte uns, dass die meisten Ärzte seit Tagen nicht mehr nach Hause gegangen waren. Sie wollten es gar nicht; man musste sie eher dazu nötigen, sich einmal auszuruhen. Sie wollten in dieser Zeit zusammenstehen und niemanden alleine lassen. In dieses Krankenhaus wurden die verletzten Soldaten des Krieges gebracht, mit denen einige aus der Gruppe sprechen konnten.

Mutter mit Neugeborenem
Mutter mit Neugeborenem

Im Kreissaal des Krankenhaus werden pro Tag im Schnitt etwa 45 Kinder zur Welt gebracht. Am ersten Tag der Waffenruhe jedoch waren es 67 Babys, die das Licht der Welt erblickten. Das entspricht genau der Anzahl der Opfer, die der Krieg bis dahin auf israelischer Seite gefodert hatte. Ich war nicht die einzige, die tief bewegt war, als der Arzt davon erzählte.

Ein stellvertretender Bürgermeister erzählte, dass der Zusammenhalt in der Stadt ihn besonders bewegt hatte, als er während eines Bombenalarms erlebte, wie Fremde sich schützend um ihn und sein kleines Baby gelegt hatten. Er hatte sie gebeten sich selber in Sicherheit zu bringen; er würde sein Kind schon beschützen können. Die Fremden jedoch blieben und erst nachdem der Alarm und die Wartezeit vorbei waren, ging jeder wieder seines Weges!

In einer Einrichtung in Jerusalem, in der für ältere und bedürftige Menschen eine Suppenküche eingerichtet wurde, sagte ein Leiter der Einrichtung: „Derjenige, der nicht sieht, dass GOTT Israel beschützt, der muss blind sein.“

Trauung unter einer "Chuppah"
Trauung unter einer „Chuppah“

Auch andere Eindrücke nahm ich mit aus dieser Reise: Während wir eine wunderschöne Trauzeremonie miterleben durften (ein mit uns reisendes Paar gab sich in Jersalem das Ja-Wort) wurde in einem Attentat ein Mann von einem Bagger überfahren. Wir sahen nur noch einige Polizisten, als wir zu unserem Abendessen im Hotel aufbrachen und an der Stelle des Anschlages vorbeifuhren.

In einem Kibbuz nahe bei Gaza erzählte uns eine der Leitenden dort, dass die Kinder dort traumatisiert sind. Seit Jahren leben sie mit dem Beschuss aus Gaza. Sie kennen es schon gar nicht mehr anders. Normalerweise würden sie mit den Kindern in den Sommerferien Ausflüge unternehmen, was jetzt einfach nicht mehr möglich war. Sie mussten immer in der Nähe der Schutzbunker bleiben. Die Dörfer direkt um Gaza mussten komplett evakuiert werden. Der Tag an dem wir dort zu Besuch  waren, war eines der ersten Tage der Waffenruhe und die Kinder genossen es zu spielen und zu schwimmen. Wir überreichten Ihnen Luftballons und Süßigkeiten und versuchten, mit ihnen und ihren Leitern ins Gespräch zu kommen.

Im Gespräch mit einer Soldatin
Im Gespräch mit einer Soldatin

An der Grenze zum Libanon erzählte uns ein Plantagenbesitzer, dass einige Leute in seiner Umgebung große Unruhe und Ängste haben, weil sie hören, wie unterirdische Tunnel gegraben werden.

Immer wieder konnte ich das Bedürfnis der Menschen spüren, uns zu erklären, was zur Zeit wirklich passierte in diesem Krieg. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich alleingelassen und unverstanden fühlten und dass sie es schätzten, dass wir gerade in dieser Zeit nach Israel gekommen waren. Das galt für die Politiker in der Knesset sowie auch für den Busfahrer in den Straßen von Jersalem. Immer wieder baten sie uns, dass wir zu Hause für sie sprechen sollten!

Zwei Bibelverse haben mich während dieser Israel-Solidaritätsreis besonders begleitet:

In zukünftigen Zeiten wird Jakob Wurzel schlagen, Israel wird blühen und grünen und sie werden den ganzen Erdkreis mit Früchten füllen. (Jesaja 27,6)

Genau das konnte ich sehen, als wir mit dem Bus durch das Land fuhren und den Erklärungen unseres Reiseleiters Moshe zuhörten, uaber auch als wir die Kiwiplantagen im Norden Israels sahen.

Und ICH will Mich um Mein Haus her lagern zum Schutz vor dem Kriegsvolk und vor denen, die hin- und herziehen, dass künftig kein Bedränger mehr über sie kommen wird, denn jetzt habe ICH es mit eigenen Angen angesehen. (Sacharja 9,8)

Wir, ein Teil des Leibes Christi, waren nach Israel gekommen, und GOTT hat auch unsere Augen benutzt und uns „mit eigenen Augen“ sehen lassen.

Kurz bevor sich die Gelegenheit ergab, auf die Solidaritätsreise nach Israel mitzukommen, hatte ich GOTT gebeten, dass Er mir zeigt, was Ihm wichtig ist! Die Antwort auf dieses Gebet war für mich: Mein Volk ist Mir wichtig! Das habe ich für mich auf dieser Reise erkannt!

Israelfreunde im Gebet vor der Jerusalemer Altstadt
Israelfreunde im Gebet vor der Jerusalemer Altstadt