„Was übrig geblieben ist, wird wieder wurzeln“

Ebenezer hilft jungen Juden in der Ukraine

ICH werde euch in euer Land zurückbringen, das ICH euren Vätern gegeben habe. (aus Jeremia 16,15)

Anfang September:  Ein internationales Ebenezer-Team, das Fahrzeug vollbepackt mit Koffern und Taschen, ist im Süden der Ukraine unterwegs mit einer Gruppe von aufgeregten, glücklichen, aber ob des Abschiedes von ihren stolzen Familien und Freunden auch traurigen jüdischen Schülern. Es kommen Freunde zum Abschied, zum Teil ist die halbe Schulklasse versammelt, Jugendliche in feierlicher Kleidung, die Jungs in Anzügen, die Mädchen in Röcken und Blusen. Es sind die „besten Kinder der Stadt“, wie uns der Vater eines Kindes versichert, die sich tränenreich und unter vielen Umarmungen von ihren Klassenkameraden verabschieden: die Mitschüler gehen nach Israel, um als Teilnehmer des beliebten Na’ale-Programms der Jewish Agency die Schule in Israel zu beenden. „Kommt uns in Israel besuchen“, rufen die Kinder ihren Freunden zu, und es wird versprochen, den Kontakt mithilfe von elektronischen Medien aufrechtzuerhalten. Für die jungen Menschen erfüllt sich ein Traum und eröffnen sich Perspektiven für ihre Zukunft, die ihnen ihr Heimatland nicht bieten kann. Ebenezer Deutschland hilft mit Partnern vor Ort mit praktischer und moralischer Unterstützung, und begleitet die Familien bis zum Flughafen.

Am Flughafen
Am Flughafen

Der Entscheidung ging in vielen Familien eine oft über einjährige Vorbereitungs- und Informationszeit voraus, in der die Schüler und ihre Eltern sich über die Inhalte und Perspektiven des Programms informieren konnten. Dies geschieht insbesondere durch mehrtägige Seminare, in denen Referenten aus Israel die Interessenten informieren und Rede und Antwort stehen. Das Na’ale-Programm („Na’ale“ ist das hebräische Akronym für „Jugendliche immigrieren vor ihren Eltern“) ermöglicht begabten jüdischen Schülern in der Diaspora, ab dem Mittel- oder Oberstufenalter, die Schulausbildung in Israel zu beenden.

Abschied im Flughafen
Abschied im Flughafen

Die Teilnehmer werden ja nach Begabung, fachlichen Interessen und bisheriger schulischer Ausrichtung an entsprechend spezialisierten israelischen Internaten ausgebildet. Vielen Absolventen des Programmes gelingt so ein erfolgreicher Start in ihr Berufsleben in Israel als vollwertige Mitglieder der israelischen Gesellschaft: Sie erwerben nicht nur die israelische Hochschulreife, sondern erlernen dabei exzellente Kenntnisse der hebräischen Sprache, entwickeln einen Freundeskreis, werden in Israel heimisch. Oft genug ziehen ihre Eltern nach Israel nach. Der Auswahlprozess ist mit vielen Hürden verbunden: Die jungen Bewerber müssen nicht nur charakterliche Reife aufweisen, sondern sich ihrem Alter enstprechenden schriftlichen und mündlichen Prüfungen stellen und an Vorbereitungsseminaren teilnehmen, für die oft eine lange Anreise nötig ist.  Diese ist wiederum mit Kosten verbunden, die die Familien vieler Bewerber nicht tragen können. Bei all diesen Prozessen helfen hingegebene Ebenezer-Mitarbeiter vor Ort durch praktische und persönliche Hilfe.

Und was vom Haus Juda entkommen, was übrig geblieben ist, wird wieder wurzeln nach unten und Frucht tragen nach oben. (Jesaja 37,31, ELB)

 

Anzeigetafel Flug Tel Aviv
Anzeigtafel im Flughafen