Äthiopisch-jüdisches Ehepaar in Hamburg

Anfang Januar berichteten Hennok und seine Frau Betty am Ebenezer-Nachmittag aus ihrem bewegten Leben:

Mit Hilfe eines Stipendiums kam Hennok Ende der 80er Jahre nach Dresden, um sein Medizinstudium abzuschließen. In Gondar war unter anderem Dr. Shitaye, unsere Partnerin in Äthiopien, seine Ausbilderin. Ein befreundeter Kommilitone lud Hennok in Dresden zu einem Gottesdienst ein. Die Predigt und der Lobpreis berührten ihn derart, dass er sein Leben Jesus übergab. Er erlebte die Montagsdemonstrationen und den Gebetskampf in der DDR hautnah mit. Staundend beobachtete er, wie in der Nacht vom 9. November 1989 die deutsche Ordnung und Gründlichkeit darniederlag und jeder versuchte, Richtung Westen zu kommen – da jeder Angst hatte, die Grenzen könnten wieder geschlossen werden .

Im Frühjahr 1990 reiste Hennok zusammen mit einer christlichen Reisegruppe nach Israel. Dort traf er in einem äthiopischen Restaurant Betty. Betty war bereits Anfang der 80er Jahre, noch vor der Operation Moses, mit ihrer Familie aus Äthiopien geflohen. Sie studierte in Israel International Relations und freute sich auf ihren Start in den Beruf. Als messianische Jüdin hörte sie von Gott ganz klar, dass er andere Pläne mit ihr hat. Daraufhin eröffnete Betty das Restaurant, wo sie Hennok kennenlernte. Die beiden heirateten, haben heute 4 teils schon erwachsene Kinder. Gott rief sie zurück nach Äthiopien, wo Hennok als Arzt arbeitet und Betty Hebräischkurse anbietet. Diese Kurse macht sie im Auftrag der Israelischen Botschaft.

Es ist eine Freude, Hennok und Betty zuzuhören. Sie haben im Gehorsam das komfortablere Leben in Israel gegen die Einfachheit in Äthiopien eingetauscht. Sie strahlen Freude und Zuversicht aus und sind Ermutiger für viele auf ihre Alijah wartende äthiopische Juden.