VERSCHOBEN – Chaim Noll aus Israel – Lesung aus seinem neuen Buch „Die Wüste“ – im Kontorhaus Messberg 1 – Hamburg – verschoben auf Herbst


Termin Details

Dieser Termin endet am 25 März 2020


Chaim ist am 19.03.2020 nach Israel zurückgekehrt und hat sich in die vorgeschriebene 4-wöchige Haus-Quarantäne begeben.
Die Lesung wird im Herbst / Winter 2020 nachholt, SO GOTT will

Aus seinem neuen Buch „Die Wüste“ wird Chaim Noll Humorvolles, Nachdenkliches und pointierte Auszüge lesen.

Chaim Noll

Literaturgeschichte einer Urlandschaft des Menschen

Die Wüste: Ein Menschheitsmythos, der für Tod und Leben, Gut und Böse steht

»Die Literaturgeschichte einer Urlandschaft des Menschen ist eine anregende Lektüre, in der man sich verlieren kann. Das hat das Buch mit seinem Gegenstand gemein.« – MDR Kultur

Wüsten, Trockengebiete und Steppen der Erde breiten sich aus, jedes Jahr um eine Fläche, die ungefähr der Größe Deutschlands entspricht. Die fortschreitende Wüstenbildung führt zur Flucht der ansässigen Bevölkerung, zum Teil mit spürbaren Auswirkungen auf das Leben in Europa. Auch sonst erzwingt Wüste als Landschaft und Schauplatz historischer Entwicklungen immer stärker unsere Teilnahme.

Das Buch des bekannten Schriftstellers Chaim Noll hält anhand literarischer Texte von der Entstehung der Schrift bis zur Gegenwart Themen und Leitmotive einer Urlandschaft des Menschen überblicksartig fest. Viele der alten Hochkulturen entstanden, wo Wüste auf besiedelbares Land trifft. Als zentrales Motiv erweist sich die Widersprüchlichkeit der Wüste: Sie steht zugleich für Dürre und Aufblühen, für Mangel an Wasser und Überfülle an Sonne, für Niedergang und Erneuerung, für deprimierende Einförmigkeit und spirituellen Höhenflug, für Tod und Leben, Gut und Böse, Realität und Mythos.

Wir freuen uns auf einen Abend in freundschaftlicher Atmosphäre.

Der Autor

Chaim NollUrsprünglich Hans Noll, wurde er 1954 als Sohn des Schriftstellers Dieter Noll in Berlin (Ost) geboren. Dem Studium der Mathematik in Berlin und Jena folgte ein Studium der Kunst und Kunstgeschichte. Noll war Meisterschüler der Akademie der Künste. Anfang der 80er Jahre verweigerte er den Wehrdienst in der NVA der DDR und wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Chaim Noll löst sich daraufhin aus seinen Bindungen an Staat und Partei, was zugleich den Bruch mit seinem Vater nach sich zieht. 1984 wird Noll ausgebürgert, geht in den Westen, arbeitet als Journalist und beginnt eine Karriere als Schriftsteller.

1992 bis 1995 verbrachte er mit seiner Familie in Rom und zog von dort nach Israel; eine Alijah, die sie 1998 zu israelischen Staatsbürgern werden lässt. Er lebt heute mit seiner Frau am Rande der Wüste Negev und ist Writer in Residence und Dozent am Center for International Student Programs der Ben Gurion Universität Beer Sheva. Zu seinem schriftstellerischen Werk gehören Gedichte, Erzählungen, Romane und Essays (Am bekanntesten sind: „Meine Sprache wohnt woanders – Gedanken zu Deutschland und Israel“ Co-Autorin Lea Fleischmann; „Der Kitharaspieler“ und „Der goldene Löffel“). Ein vielversprechender Abend erwartet uns.