Sachsen/Thüringen: Lena und Igor auf Vortragsreise durch Deutschland

Lena und Igor waren im Mai auf großer Vortragsreise in Sachsen und Thüringen  unterwegs. In vielen unterschiedlichen Gemeinden und Versammlungen sprachen sie ganz persönlich von ihrer und der Situation der Juden im Separatistengebiet rund um Donezk und Lugansk.

Die Hälfte der Bevölkerung ist aus der Region Donezk und Lugansk (Donbass-Gebiet) geflohen, auch viele Juden. Fast alle jungen Menschen sind weggezogen. Trotz aller Schwierigkeiten bleiben vor allem die alten Juden im Land und nehmen (noch) nicht die Chance wahr, auszureisen. Lena und Igor lassen sich davon nicht entmutigen und fahren über Stock und Stein und durch Morast an die unwirtlichsten und abgelegensten Orte, um  Holocaustüberlebenden und Veteranen zu begegnen mit großer Liebe, offenen Ohren und tröstenden Armen. Stets im Gepäck sind Lebensmittel und andere Hilfsgüter, die einen großen Segen darstellen. Selbstgeschriebene Grüße aus Deutschland von den Söhnen und Töchtern ihrer Unterdrücker wecken eine besondere Freude bei den Alten und ebnen den Weg zu Vergebung und Versöhnung.

Der Schwerpunkt bei den Vorträgen von Lena und Igor lag diesmal auf dem „Plötzlich“: Noch 2012 wurde in der Donbass Arena in Donezk um den Europameistertitel gespielt, der Flughafen von Donezk war 2011 erweitert worden, und plötzlich kommt es zu einem Krieg, der nun bereits länger andauert als der 2. Weltkrieg in der Ukraine. Ein Ende ist – aus menschlicher Sicht – nicht zu erwarten. Plötzlich müssen Menschen fliehen und ihre Existenz mit eigenem Haus zurücklassen. Plötzlich ist Krieg die Normalität mit täglichem Beschuss,  ohne funktionierender Post und regelmäßigen Stromausfällen. Plötzlich sind die Vögel verschwunden oder verstummt.

Andererseits erleben Lena und Igor die Liebe und Güte Gottes in einer neuen Weise. Sie wissen sich am richtigen Ort und dürfen Licht, Salz und ein lebendiges Zeugnis für die Juden sein. In allen Schwierigkeiten lernen Lena und Igor, vollkommen von Gott abhängig zu sein und auf seine Versorgung zu vertrauen.

Die Zeit in Deutschland war für Lena und Igor Erholung von der Kriegsrealität. Mit allen Sinnen haben sie Besuche wahrgenommen: Gerüche, Geräusche, Farben. Igor hat das Abendlied von Amsel und Waldvögeln hier aufgenommen um sie in das Kriegsgebiet zu tragen.

Mit vielen Eindrücken und frisch gestärkt sind die beiden zurückgekehrt nach Donezk.