Vortragsabend mit „Abba Micha“ im Messberg

„Abba Micha“

Micha Feldmann  

 

Ein Leben für äthiopische

„Falasha Mura“ 

 

Einladung zum Vortrag und Gespräch

Mittwoch, 17. März, um 19:00 Uhr

Messberg 1 – 20095 Hamburg

 

Micha Feldmann wurde 1944 in Israel geboren.

Seinen Eltern kamen nach dem Krieg wieder nach Deutschland. Micha bestand 1964 sein Abitur in Köln und wanderte sofort nach Israel aus, er „machte Alijah“.

 

 


1982: Vertreter der Jewish Agency für die Alijah der äthiopischen Juden

Er erinnert sich noch genau an den 27. November 1982, als er zum ersten Mal eine Ankunft äthiopischer

Juden in Israel miterlebt. Sie erhalten neue Namen, und Feldmann ist entsetzt, dass sie ein Teil ihrer Identität abgeben sollen – und es bereitwillig tun. Er ist zwar erst vier Monate Koordinator der Aliyah aus Äthiopien für die Jewish Agency, aber er nimmt sich vor, diesen Missstand zu ändern. Er lernt Anharisch und betritt ein Jahr später zum ersten Mal äthiopischen Boden. Er soll die jüdischen Familien in ihren Dörfern besuchen, als lebende Brücke zwischen ihnen und ihren Verwandten in Israel dienen. Schulkinder begrüßen sie in der Provinz nahe Gondar auf Hebräisch, die Synagogen tragen einen Magen David auf dem Dach. Die Menschen interessiert nur eins: „Wann? Wann gehen wir nach Israel?“ Feldman ist froh, dass er Amharisch gelernt hat, die Menschen vertrauen ihm, und er verspricht sich selber, dass er alles tun werde, um diese Menschen nach Israel zu bringen.

 Jahre vergehen, die kommunistische Mengistu-Regierung schottet Äthiopien ab, aber mit dem 1. Golfkrieg 1991 kommt die Wende auch in Äthiopien. Im Mai 1991 ist Addis unter Belagerung.

 Am 20. Mai werden die Verhandlungen mit dem Mengistu-Regime beendet, der israelische Premierminister beschließt den sofortigen Transport aller Juden nach Israel. Er nennt die Aktion „Operation Salomon“. Am 21. Mai flieht Präsident Mengistu nach Kenia und Simbabwe. Unter strikter Geheimhaltung wird mit den Rebellen abgesprochen, dass sie die Hauptstadt erst einnehmen, wenn der letzte Jude Addis verlassen hat.

 24. Mai 1991 – 10 Uhr – Operation Salomon.  Die erste Maschine aus Israel landet. Gleichzeitig legt der stellvertretende Innenminister dem Unternehmen in letzter Sekunde Steine in den Weg. Er will Listen mit den Namen der Äthiopier, die ihr Land verlassen. Micha Feldmann verspricht alles. Aus einem laut Plan geregelten Einlass der Tausenden wird eine drängende, schiebende Menge, die kaum noch zu bändigen ist. Den ganzen Tag fliegen Maschinen im Stundentakt, nachts sind 8.000 aus dem Land. Alles läuft wie geschmiert. Ganz zum Schluss wollen noch einige Frauen ohne Papiere mitfliegen. Ein israelischer General sieht ihre Verzweiflung und entscheidet: „Plastik – shmastik, rein mit Euch in den Flieger.“

 14.310 Olim erreichen den Ben-Gurion-Flughafen. Als das letzte Flugzeug gelandet ist, flüstert ein Äthiopier in Michas Ohr: „Toda raba, Abba Mika.“

 Bis heute kümmert sich Micha um Notfälle in Israel  und die Zusammenführung der häufig  zerrissenen Familien der Falascha Mura und um Patenschaftsprogramme für Waisenkinder in Zusammenarbeit mit Ebenezer-Brücke Äthiopien.