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Zwischen Bedrohung und Alltag: Arye Sharuz Shalicar über Israels Sicherheitsrealität
18. Oktober 2026 / Redaktion
Ein packender Vortragsabend über geopolitische Herausforderungen, mediale Narrative und das Leben im Nahen Osten.
In Kooperation mit Christen an der Seite Israels durften wir nach einigen Jahren einen ganz besonderen Gast erneut bei uns begrüßen: den bekannten Nahost-Experten und Buchautoren Arye Sharuz Shalicar. Seit seinem letzten Besuch bei uns hat sich die Lage dramatisch verändert. Nach den erschütternden Ereignissen des 7. Oktobers 2023 stand Shalicar anderthalb Jahre lang als offizieller IDF-Sprecher für den deutsch-, farsi- und türkischsprachigen Raum an vorderster Medienfront. Vor einem aufmerksamen Publikum in den gut gefüllten Ebenezer-Räumen im Kontorhaus Messberg nahm Arye uns mit hinein in die Perspektive eines Israelis.Ein Land zwischen Trauma und Resilienz
In seinem Vortrag beschriebe Arye die aktuelle innen- und außenpolitische Lage Israels. Seine Analyse der Sicherheitsrealität war von einer ernüchternden historischen Konstante geprägt: Jede Generation Israels müsse durch schwere Notzeiten hindurchgehen. Der 7. Oktober reiht sich damit ein in eine lange Geschichte von Krisen wie dem Jom-Kippur-Krieg. Auch seine eigenen Kinder werden als Juden einen Tiefpunkt durchschreiten müssen, das werde sich nicht verhindern lassen.

Anhand des klassischen Bildes eines Wasserglases verdeutlichte er die Zerrissenheit des Landes:
- 📉 Das Glas ist halbleer: Die Situation Israels ist düster. Das Land trauert um die Ermordeten, trägt die Last von Traumatisierungen und Verletzten. Die Bevölkerung ist nach Dauereinsätzen erschöpft, die Gesellschaft politisch gespalten und das Land sieht sich weltweiten Anfeindungen ausgesetzt.
- 📈 Das Glas ist halbvoll: Gleichzeitig zeigen sich bemerkenswerte positive Entwicklungen. Arye betonte die enorme militärische Stärke und die gewachsene Resilienz der Bevölkerung. Auch außenpolitisch gibt es Lichtblicke, wie die strategische Zusammenarbeit mit einigen arabischen Staaten gegen die Bedrohung durch den Iran sowie den tiefen inneren Zusammenhalt der israelischen Gesellschaft im Kampf gegen den Terrorismus.



Kritik an Politik und Medien in Deutschland
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die Rolle Deutschlands. Nach Aryes Einschätzung spielt Deutschland auf der internationalen politischen Bühne derzeit keine bedeutende Rolle. Der Grund dafür liege in einer mangelnden klaren Positionierung der Bundesregierung, die aus einer historischen Angst heraus versuche, es allen recht zu machen, anstatt Rückgrat zu zeigen.
Diese Haltung wirke sich bis in die deutsche Medienlandschaft aus. Arye kritisierte, dass ein Großteil der Medien – inklusive der öffentlich-rechtlichen Sender – oft politische Meinungen und Narrative transportiere, anstatt sich auf reine Fakten zu beschränken. Für einen objektiveren Blick empfahl er ausgewogenere Nachrichtenquellen wie die Welt oder die Neue Zürcher Zeitung (NZZ).



Dank und Verheißung
Wir sind von Herzen dankbar, dass Arye Sharuz Shalicar uns mit so viel Offenheit in die tiefen Nöte, aber eben auch in die Hoffnungen seines Landes hineingenommen hat. Als Christen und Freunde Israels tragen wir diese Eindrücke im Gebet weiter und stellen uns auf das Fundament Gottes, der das letzte Wort über dieser Region hat.
Wir proklamieren für Israel die Zusage aus Jesaja 25,8:
„Den Tod verschlingt ER auf ewig, und der Herr, HERR, wird die Tränen abwischen von jedem Gesicht, und die Schmach Seines Volkes wird ER von der ganzen Erde hinwegtun. Denn der HERR hat geredet.“
